Eine theologische Deutung des Raumprogramms

Gemeinschaft
hat sich seit jeher an und um Steine gebildet. Sie bilden den Sammelpunkt der reformierten Kirchgemeinde Cazis.

Innen vermittelt die Architektur das Gefühl von Geborgenheit einerseits und Freiheit andererseits. Geborgenheit wird durch die runden Formen vermittelt, die uns an eine Höhle oder gar an einen Uterus denken lassen. Freiheit erleben und erfahren wir durch die Dramaturgie des Lichtes, das zu jeder Tageszeit zu jedem Fenster die Räume in eine andere Atmosphäre taucht.

Freiheit
kennt keine Hierarchie. Die Anlage der Räume kennt kein Vorne und Hinten. Erst recht ist kein Oben und Unten vorgegeben. Freiheit schafft sich ihren Raum durch die demokratische Struktur. Jede Besucherin, jeder Besucher muss sich selbst seinen Standpunkt verschaffen, einen eigenen Blickwinkel auf Gott, die Bibel und die Menschen einnehmen.

Dies wird noch durch die Lage und Form der Fenster verstärkt. Im östlichen Stein geht der Blick zum Himmel, im mittleren Stein eröffnet sich dem Betrachter der Horizont und im westlichen Stein fällt unser Blick auf die Strasse, auf die Häuser, auf die Menschen. Der Blickwinkel zieht eine Linie von Gott über den Horizont zu den Menschen.

Innehalten
für Menschen, die auf dem Wege sind. So ist diese Kirche nicht nur eine offene Kirche für die Menschen, die sich in ihr befinden, sondern auch für die Menschen draussen. Sie werden neugierig und beginnen sich für die Kirche zu interessieren. Viele halten unverhofft an – und sie fühlen sich wohl. Sie schauen, halten inne, staunen, beten oder lassen leere Gedanken durch die leeren Räume schweifen. In diesen Räume wird niemand vereinnahmt.

 

360 Panorama-Rundgang